Frührehabilitation

Schon unmittelbar nach einer Akutbehandlung sollte mit einer Rehabilitationsbehandlung begonnen werden, um zuvor vorhandene Fähigkeiten rasch fördern und Rehabilitatonspotentiale optimal nutzen zu können.

Gerade in der Neurologie sind dabei die Förderung von Funktionen, Wahrnehmung und Bewegungsmustern besonders wichtig. Neben ärztlicher Therapie stehen dabei intensive neurologisch-fachspezifische Pflege und sehr zeitaufwändige therapeutische Behandlungen im Vordergrund.

Im Bereich der Neurologie gibt es sogar mehrere solcher Intensiv-Komplex-Therapien: Einerseits die „Neurologisch-neurochirurgische Frührehabilitation“ nach schweren Hirnverletzungen oder Eingriffen, oft sogar noch bei beatmeten Patienten – diese Form der Therapie wird im Augustahospital allerdings nicht durchgeführt.
Zum anderen wurde zunächst speziell für die Behandlung schwerer MS-Verläufe, später auch für andere neurologische Erkrankungen nach der Akutphase die sogenannte „Fachübergreifende Frührehabilitation“ entwickelt und definiert. In dieser „multimodalen“ Komplextherapie arbeiten Fachärzte, fachspezifische Pflege, neurologisch ausgebildete Therapeuten, Psychologie, Seelsorge und Sozialdienst im therapeutischen Team nach qualitätsnormierten Strukturvorgaben eng zusammen. Dies dient dem raschen Wiedererlangen von Funktionen, Mobilität und Alltagsfertigkeiten auch nach schweren vorhergehenden Krankheitsepisoden. Besonders herausfordernd sind dabei neurologische Krankheiten wie die Multiple Sklerose, die über Jahre immer wieder neue Krankheitsaktivität entwickeln, sodass das zuvor durch Behandlung erreichte Funktionsniveau erneut erarbeitet werden muss.

Behandlungsziele

Das übergeordnete Ziel der Frührehabilitations-Komplextherapie ist die Stabilisierung akuter Krankheitsphasen zur Wiedergewinnung von neurologischen Funktionen, Mobilität und Alltagsfertigkeiten.

  • Stabilisierung des Gesundheitszustandes nach akuter Schädigung
  • Minderung des Ausmaßes der neurologischen Schädigungen
  • Erkennen und Behandeln von zusätzlichen Begleit-Krankheiten
  • Verbesserung der Mobilität
  • Schmerzlinderung
  • Besserung der Kommunikationsfähigkeit
  • Neuropsychologische Stabilisierung
  • Wiedergewinnung von Autarkie und Alltagskompetenz
  • Vermeidung sekundärer Komplikationen
  • Planung und ggf. Einleitung einer weiteren Versorgung

Behandlungskonzept

Angelehnt an aktuellste wissenschaftliche Erkenntnisse wird für jeden Patienten individuell ein Behandlungskonzept in unserem interdisziplinären Team entwickelt. Hierzu gehören neben den Ärzten unsere speziell ausgebildeten Pflegekräfte, unsere Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie sowie auch unsere Neuropsychologie und Sozialberatung.
Eine gute Behandlung braucht eine gute diagnostische Basis - mehr zum Leistungsspektrum unserer Diagnostik erfahren Sie hier.


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