Prof. Dr. Michael Haupts, Jürgen Mette, Prof. Dr. Dirk Woitalla und Dr. Marius Humpert informierten über verschiedene Aspekte der Erkrankung Parkinson.

Parkinson-Tag 2016 im Augustahospital

[12.09.2016]

Das Interesse am Parkinson-Tag 2016 des Augustahospitals Anholt war groß: Rund 130 Besucher kamen in das neurologische Fachkrankenhaus, um sich über die Krankheit Morbus Parkinson zu informieren.

Bereits zu seinem siebten Parkinson-Tag lud das Augustahospital Betroffene, Angehörige, Ärzte und Interessierte ein. „In diesem Jahr war das Interesse besonders groß. Aufgrund der vielen Anmeldungen mussten wir das Programm auf zwei Etagen aufteilen“, so Verwaltungsdirektor Sebastian Lasczok. Besonders bedanken möchte er sich demzufolge sowohl bei den Referenten, die kurzerhand alle dazu bereit waren, ihren Vortrag zweimal zu halten als auch bei den  Mitarbeitern des Krankenhauses für die tatkräftige Unterstützung bei der Umsetzung der Veranstaltung.

Eröffnet wurde die Informationsveranstaltung mit einem Einblick in die Geschichte der Krankheit. Prof. Dr. med. Michael Haupts, Ärztlicher Direktor und Chefarzt des Augustahospitals blickte gemeinsam mit den Teilnehmern auf die ersten Erkenntnisse durch den englischen Arzt James Parkinson im Jahre 1817 zurück. Nach einem weiteren Verlauf der Geschichte der Krankheit gehe man in Deutschland mittlerweile von  einer Gesamtzahl von 250.000 – 400.000 Patienten aus. Die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten haben sich in den vergangenen Jahren in vielfältiger Weise verbessert. Dennoch bleibt es bisher eine Erkrankung, die nicht heilbar ist und für Betroffene teilweise große Herausforderungen mit sich bringt.

Leben mit Parkinson

Wie man mit solchen Herausforderungen umgehen kann, zeigte Referent Jürgen Mette im zweiten Vortrag der Veranstaltung. Der Autor des Buches „Alles außer Mikado“ erzählte den Besuchern von einzelnen Geschichten aus seinem ereignisreichen Leben – „ein Leben, das vorher bestimmt war durch sein hohes Maß an Energie, Lebensfreude und einen vollen Terminkalender“, so Mette, und wie es jetzt durch die unheilbare Krankheit Parkinson beeinflusst wird. Dabei berichtete er sowohl von „skurrilen und niederschmetternden“ Erlebnissen aus seinem Alltag, viel mehr im Mittelpunkt standen aber Mut machende Erfahrungen und seine tiefen Einsichten darüber, was im Leben wirklich zählt. Unter anderem durch die Unterstützung seiner „wunderbaren Frau“ habe er es nach der Diagnosestellung geschafft, aus einer Krise herauszukommen. Mit einer authentischen Art redete Mette über seinen Lebenslauf und was für ihn heute das Leben bedeutet - den Sinn für Humor hat er dabei nicht verloren. Dies begeisterte auch die Zuhörer im Augustahospital. „Ich habe mich in vielen Situationen wiedergefunden. Bei Vielen von uns kamen da Emotionen auf.“, berichtete ein Betroffener nach der Veranstaltung.

Über das Thema Darm und Parkinson referierte Prof. Dr. med. Dirk Woitalla. Verständlich erklärte der Chefarzt der Klinik für Neurologie des St. Josef-Krankenhaus Kupferdreh den Teilnehmern, was der Darm mit der neurologischen Krankheit zu tun hat und erläuterte dazu praktische Hinweise. Darunter fielen beispielsweise Tipps für eine richtige Ernährung und eine korrekte Medikamentengabe. Woitalla ging dabei auf den neusten Stand der medizinischen Forschung ein und machte deutlich, dass das Gehirn und er Darm miteinander in Verbindung stehen. Der momentane Stand der Forschung sei, dass Parkinson möglicherweise schon im Darm beginnt und zum Hirn aufsteigt. Somit habe der Darm womöglich eine entscheidende Bedeutung bei der Entstehung neurologischer Erkrankungen.  Schlussfolgernd beendete Woitalla seinen Vortrag mit den Worten „Sei lieb zu Deinem Darm!“.

Praktische Aspekte in der Parkinsontherapie stellte Dr. med. Marius Humpert, Oberarzt des Augustahospitals, vor. Dabei klärte er vier häufig gestellte Fragen zur Parkinson-Behandlung, womit möglichst viele verschiedene Gruppen von Parkinson-Betroffen angesprochen wurden. Dabei wurde beispielsweise geklärt, wann am besten mit einer Therapie begonnen werden soll oder welche Fehler bei der medikamentösen Therapie oft gemacht werden.

Für Interessierte bot sich nach den Fachvorträgen die Gelegenheit, die neurologische Fachklinik bei einer Hausführung kennenzulernen, bevor eine rundum gelungene Veranstaltung ihren Ausklang fand.