Hygiene

Wenn man in einem Krankenhaus von Hygiene spricht, dann geht es nicht um die allgemeine Sauberkeit, sondern darum, gezielt Krankheiten zu verhüten und die Gesundheit zu erhalten und zu festigen.

Das große Ziel der Hygiene ist die Vermeidung der Übertragung von Infektionserregern auf Patienten oder Personal und damit die Verhinderung von daraus entstehenden Infektionen („Krankenhausinfektionen“).  Vor dem Hintergrund, dass die Zahl der schlecht therapierbaren Erreger (wie z.B. MRSA, ESBL…) zunimmt, wird sowohl die Notwendigkeit von Hygiene als auch ihr steigende Bedeutung deutlich.

Um die Sicherstellung einer adäquaten Krankenhaushygiene im Augustahospital kümmert sich das Team der Hygiene:

  • Annette Hacker (Infektionsbeauftragte der Misericordia GmbH)
  • Inga Hengstermann (Hygienefachkraft)
  • Prof. Dr. Michael Haupts (hygienebeauftragter Arzt)

Gemeinsam mit dem Betriebsarzt, dem externen Labor und dem Gesundheitsamt sind sie für die konsequente Gestaltung, Einhaltung und kontinuierliche Verbesserung eines sachgerechten Hygienemanagements zuständig. Dies erfolgt unter der Einhaltung der Gesetze und Vorschriften, die für den Krankenhausbereich bindend sind, sowie durch die Einbeziehung von Richtlinien, beispielsweise der Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert-Koch-Instituts.

Aufgaben:

Hygienefachkraft:

  • Erstellen, Fortschreibung und Überwachung der Einhaltung von Hygiene- , Desinfektion – und Reinigungsplänen
  • Prüfung von hygienerelevanten technischen Einrichtungen z. B. Spülmaschine, Steckbeckenspülung, Waschmaschine und Wasserversorgung
  • Regelmäßige Begehung aller Bereich.
  • Überwachung von Pflegetechniken, wie z. B. Verbandswechsel, Katheterpflege und andere Arbeitsabläufe
  • Belehrung des Pflegepersonals in hygienischen Angelegenheiten 
  • Erfassung der nosokomialen Infektionen und multiresistenter Erreger

Hygienebeauftragter Arzt:

  • Leiter der Hygienekommissionssitzung
  • Erkennung (Analyse und Auswertung von mikrobiologischen Befunden, Umgebungsuntersuchungen, Antibiogramme)
  • Verhütung (Funktion, Bau und Ausstattung von medizinischen Einrichtungen, Verfahrensanweisungen zur Hygiene, mikrobiologische Kontrollen)

Infektionsbeauftragter Arzt:

  • unterstützt die Arbeit der Hygienekommission
  • Ansprechpartner für die Antibiotikatherapie

Qualitätssicherung

Um sicherzustellen, dass hygienischen Bedingungen herrschen, die die Wahrscheinlichkeit von Gesundheitsschäden bei Patienten und Mitarbeitern auf ein unvermeidbares Mindestmaß reduzieren, werden kontinuierliche Begehungen und regelmäßige Untersuchungen durchgeführt. Die mikrobiologischen Qualitätskontrollen umfassen beispielsweise den Abklatsch von Händen (Personal), Flächen und Gegenständen vor und nach Desinfektion (z.B. Küche, Station, Umgebung vom Patienten) sowie mikrobiologische Überprüfungen mittels Bioindikator (z.B. Waschmaschine, Steckbeckenspülmaschine, Bandspülmaschine).

Auszeichnung

Um den Schutz der Patienten noch weiter zu erhöhen, schloss sich das Augustahospital 2005 dem deutsch-niederländischen EurSafety Health-net an, ein länderübergreifendes Netzwerk zur Stärkung der Patientensicherheit. Hauptziel des Projektes ist die Verbesserung der Vorbeugung von Krankenhausinfektionen und die Eindämmung der Verbreitung von antibiotikaresistenten Bakterien. (Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie unter www.eursafety.eu )

Durch sein vorbildliches Engagement im Kampf gegen multiresistente Keime hat das Augustahospital Anholt 2015 erneut das Qualitätssiegel des Qualitätsverbunds EurSafety Health-net erworben. Innerhalb des Netzwerkes werden die Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen fortlaufend weiterentwickelt und die Ansprüche ständig neuen Gegebenheiten angepasst. Durch die stetige Erfüllung der wachsenden Anforderungen erlangte die Klinik die Stufe drei des Hygienesiegels.

Auch weiterhin stellt sich das Team des Augustahospitals Tag für Tag diesen Herausforderungen, um Patienten, Besuchern und Mitarbeitern ein möglichst hohes Maß an Sicherheit zu bieten.

Nosokomiale Infektionen

Das Augustahospital Anholt hat keine Operationsabteilung und keine Neugeborenenstation, daher entfallen diese typischen Hygieneproblemfelder. Die Rate an nosokomialen (im Krankenhaus erworbenen) Infektionen ist sehr gering: im Jahr 2015 wurden in der Klinik kein MRSA und keine Fälle von MRGN3 als Urinkeime neu festgestellt. Die Gesamtzahl an MRSA-Bakterien lag mit 20 (1,1% der Patienten des Hauses pro Jahr) im bundesweiten Vergleich niedrig, MRGN4-Erreger wurden nicht nachgewiesen. 2015 zeigten 26 Untersuchungsproben MRGN3-Erreger (1,4 % der Patienten des Hauses pro Jahr). 

Die Verantwortlichen des Augustahospitals freuen sich über die sehr niedrigen Raten an Problemkeimen, welche unter Hinzuziehung des Mikrobiologen (ABS Experte) und des Krankenhaushygienikers weiterhin regelmäßig mit bundesweiten Zahlen verglichen werden.