Neuropsychologie

Was ist Neuropsychologie?

Die klinische Neuropsychologie beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Schädigungen des Gehirns auf kognitive Fähigkeiten. Unter kognitiven Fähigkeiten versteht man dabei höhere Funktionen des Gehirns, zum Beispiel Konzentrationsfähigkeit, Lernen und Erinnern (Gedächtnis) oder auch die Fähigkeit, Aktivitäten zu planen und Probleme zu lösen.  

Neuropsychologie bei MS

Einschränkungen in der Beweglichkeit und der Empfindungen werden oftmals als erstes Symptom der MS beschrieben. Auch deshalb gilt die MS für viele noch immer als „Erkrankung der Bewegung“. Das Gehirn ist jedoch als komplexes Organ für weit mehr zuständig als für Bewegungen. Im Verlauf der MS kann es deshalb neben motorischen Einschränkungen auch zu Veränderungen im Erleben, Denken und der Wahrnehmung kommen. Wir sprechen in diesem Fall von kognitiven Beeinträchtigungen. So erleben einige Patienten Schwierigkeiten im Einprägen und Erinnern von Ereignissen, Namen oder Terminen. Oder sie haben Probleme sich für eine längere Zeit zu konzentrieren.

Neuropsychologie bei Morbus Parkinson

Durch den Morbus Parkinson ist ein komplexes Netzwerk, das neben der Koordination von Bewegungen (Motorik) für eine Reihe anderer Funktionen zuständig ist, in ihrer Arbeit gestört. Neben den motorischen Einschränkungen kann es deshalb im Verlauf des Morbus Parkinson zu Minderung der Konzentration, Aufmerksamkeit und der visuell-räumlichen Fähigkeiten kommen. Die Patienten reagieren langsamer als früher, wodurch sie auf Angehörige oftmals antriebslos wirken. Störungen des Gedächtnisses sind im Verlauf der Erkrankungen seltener zu bemerken.

Aufgaben und Angebot der Neuropsychologie

Ein schlechtes Gedächtnis, häufiges Unkonzentriertsein oder ein reduziertes Reaktionsvermögen verursachen nicht selten Schwierigkeiten im Alltag und zwischenmenschliche Konflikte. Für viele Patienten stellen diese Schwierigkeiten eine große Belastung im Alltag dar. Und doch haben viele Probleme, darüber zu sprechen und um Hilfe zu bitten. Hier möchte die neuropsychologische Abteilung Abhilfe schaffen, indem sie einen Raum bietet, in dem Patienten ihre Schwierigkeiten nennen und Sorgen äußern können. In einem Erstkontakt besprechen wir mit dem Patienten seine Probleme in diesen Bereichen und identifizieren seine Einschränkungen im Alltagsleben. Die Diagnostik der subjektiv erlebten Beeinträchtigungen erfolgt mittels moderner, standardisierter Testverfahren, deren Effektivität ständig wissenschaftlich bewertet wird. Wir erhalten so einen Einblick in die kognitive Leistungsfähigkeit und einen Überblick über die vorhandenen Einschränkungen. Im Anschluss an die Diagnostik  leiten wir bei Bedarf angemessene therapeutische Maßnahmen ein. Die neuropsychologischen Beeinträchtigungen werden in Kleingruppen gezielt therapiert. Wir vermitteln Übungsprogramme, technische Hilfen und neue Handlungsstrategien.

Weitere Informationen zur Neuropsychologie finden Sie unter www.gnp.de