Mitarbeiter des Augustahospitals engagieren sich für die Tafel

[13.10.2011]

Das fröhliche Plaudern im Isselburger Tafelladen verstummt für einen Augenblick. André ter Beek füllt den Scheck für die Einrichtung für Bedürftige aus und macht es spannend: Von hinten beginnt er die Zahl einzutragen - die Summe, die die beiden Läuferinnen durch ihre Teilnahme am Vier-Daagse-Lauf in Nimwegen zusammenbekommen haben.
2275 Euro stehen schließlich auf dem Scheck. Selbst Ria Rensen und Riek Bargemann sehen sich überrascht an. „So viel?“, fragt Ria Rensen. André ter Beek, der die Läuferinnen bei der Organisation und bei den Finanzen unterstützt, nickt. „Wir wussten es ja vorher auch nicht“, erklärt sie ihre Verwunderung. „Aber mit so einem hohen Betrag hatten wir nicht gerechnet.“
Seit zehn Jahren nimmt Ria Rensen am Vier-Daagse-Lauf teil. In jedem Jahr läuft die Krankenschwester des Anholter Augustahospitals für einen guten Zweck und unterstützt mit den dafür gesammelten Spenden Vereine und Initiativen vor Ort. In diesem Jahr liefen die 55-Jährige und ihre Nachbarin Riek Bargemann für die Isselburger Tafel.
An vier Tagen standen jeweils 40 Kilometer lange Routen rund um Nimwegen auf dem Programm. Mit den beiden Krankenschwestern waren rund 40000 Läufer aus 60 Nationen bei der 95. Auflage des Laufs am Start. Rund um die Strecke spielen jedes Jahr Musikgruppen, viele Zuschauer feuern die Läufer an. In der Stadt sei an den vier Tagen ein regelrechtes Volksfest, berichten die beiden Laufbegeisterten.
Um den Helfern der Isselburger Tafel einen Eindruck davon zu vermitteln, zeigte Ria Rensen den Frauen ein Fotoalbum mit Bildern des Laufs. „Man muss das einfach mal miterlebt haben“, sagt sie. Etwas davon bekamen die Tafel-Mitarbeiter sogar mit: Zufällig führte der Jahresausflug der Helfer am Start-Tag des Laufs nach Nimwegen.
41316 Läufer sind am ersten Tag gestartet. Noch 38422 beendeten am vierten Tag den Lauf. Am frühen Morgen starteten die Läufer, bis 17 Uhr mussten sie wieder im Ziel sein. „Dieses Jahr hatten wir super Wanderwetter“, sagt Ria Rensen. „Wir waren immer um zwei Uhr ungefähr wieder da“, erzählt Riek Bargemann. „Wir sind schnell gelaufen.“ Konsequent legten sie immer nach anderthalb Stunden eine kurze Pause ein.
Die vier Läufe haben die beiden gut überstanden. „Ich hatte nur am letzten Tag zwei kleine Blasen“, erzählt Ria Rensen. „Das war alles.“ Ob sie zwischendurch mal daran gedacht hätten, aufzuhören? „Nein“, kommt es energisch wie aus einem Mund. „Wir sind mit dem Gedanken schon im nächsten Jahr.“ Denn dann wollen sie wieder für einen guten Zweck die Wanderschuhe schnüren.
Über die unerwartet hohe Spende freute sich Marianne Roskothen, Leiterin der Isselburger Tafel, sehr. „Wir müssen uns ein neues Fahrzeug zulegen“, berichtet sie. Denn der alte Bulli entspricht den Vorschriften nicht mehr - es wird ein Fahrzeug mit Kühlung verlangt. „Damit ist die Finanzierung des Transporters gesichert.“ Schon bald soll der neue Wagen da sein. Etwa 40 Familien unterstützen die Helfer der Isselburger Tafel. Der Tafel-Laden an der Minervastraße ist montags und donnerstags von 15 bis 17 Uhr geöffnet.
Nach den 160 Kilometern stand bei Riek Bargemann statt Beine hochlegen Gartenarbeit auf dem Programm, erzählt die 59-Jährige. Ria Rensen packte Koffer: „Am Tag darauf bin ich ins Sauerland in den Urlaub gefahren“, erzählt die 55-Jährige. „Zum Wandern.“

(Bericht von Ellen Schlütter im Bocholter-Borkener Volksblatt vom 12.10.2011)