Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (2.v.l.) ließ sich jetzt im Augustahospital Anholt von Verwaltungsdirektor Sebastian Lasczok, Hauptgeschäftsführer Gilbert Aldejohann, dem Ärztlichen Direktor PD Dr. Michael Haupts sowie von Dr. Dieter Pöhlau, NRW-Landesvorsitzender und Mitglied des Bundesvorstandes der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (v.l.), die Therapiekonzepte der Fachklinik erläutern.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr lobt das Augustahospital: "Isselburg kann stolz auf seine Fachklinik sein"

[19.09.2013]

Der Bundesgesundheitsminister hat’s eilig, sein Terminplan ist tagsüber ziemlich durcheinander geraten. Daher betritt Daniel Bahr schnellen Schrittes das Foyer des Augustahospitals. Dort wird er von Hauptgeschäftsführer Gilbert Aldejohann, Verwaltungsdirektor Sebastian Lasczok, dem Ärztlichen Direktor PD Dr. Michael Haupts, Pflegedirektor Joachim Weidemann sowie Vertretern der örtlichen FDP herzlich begrüßt. „Süß, da freut sich Carlotta“, reagiert der Gast schmunzelnd, als ihm Lasczok als Willkommenspräsent den Schutzengel für die erst vor wenigen Monaten geborene Tochter überreicht.

Dem Auftakt in der Eingangshalle folgt sogleich ein Rundgang durch das Gebäude. Erster Halt: das Schwesternzimmer auf der Station 3, in dem ein reger Gedankenaustausch  mit Dr. Dieter Pöhlau, dem NRW-Landesvorsitzenden und Mitglied des Bundesvorstandes der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG), stattfindet. Zudem nutzt Bahr die Gelegenheit für Gespräche mit Patienten. Diese befinden sich gerade beim Abendessen, als die Delegation den Raum betritt. „Nein, nein, bleiben Sie ruhig hier“, wird der prominente Besucher, der die vertraute Runde keineswegs stören möchte, freundlich zum Verweilen eingeladen. Im weiteren Verlauf informiert er sich über die Therapiekonzepte  – insbesondere über die gerätegestützte Physiotherapie, bei der beispielsweise die Kraft, Koordination, Schnelligkeit und Flexibilität der Muskulatur trainiert werden können.

Nette Überraschung

Nach der Besichtigung des Hauses wartet auf den Politiker eine nette Überraschung: Bürgermeister Rudolf Geukes hat das Goldene Buch der Stadt Isselburg mitgebracht – und bittet um die Signatur des Ministers. Der lässt sich nicht lange auffordern: Ab sofort dokumentieren Schriftzug und Erinnerungsbild den besonderen Moment.

Im Mittelpunkt der offiziellen Visite: Bahrs Impulsreferat zum Thema „Anforderungen an eine nachhaltige Gesundheitspolitik“, das er vor geladenen Gästen, Mitarbeitern und Patienten hält. Doch zunächst möchte der Redner dem Auditorium gern noch eine andere Botschaft mitteilen: „Isselburg kann stolz auf seine Fachklinik sein“, heißt es gleich in den ersten Sätzen. Das Augustahospital habe eine wichtige Nische gefunden, die es ermögliche, den Standort zu erhalten – das sei gut für Isselburg und die Region.

Lokale Kampagne

Darüber hinaus erläutert er, wie es gelingen kann, junge Mediziner zu begeistern, sich in ländlichen Gegenden niederzulassen, um dadurch dem gerade hier drohenden Ärztemangel entgegenzuwirken. O-Ton: „Mit Zwang bekommen Sie keine jungen Ärzte aufs Land.“ Daher empfiehlt Bahr mit den Vorzügen des Kreises Borken zu werben, beispielsweise für etwaige Interessenten ein breites, kulturelles Angebot sowie eine umfangreiche Kinderbetreuung zu schaffen. Zudem seien die Kriterien für eine Zulassung zum ärztlichen Hochschulstudium wenig attraktiv. „Wir brauchen andere Voraussetzungen als die Abiturnote“, verlangt er.

Hierin stimmt der Minister mit Annette Scherwinski, der Leiterin des Kreisgesundheitsamtes, überein. Diese hat zu Beginn der Veranstaltung in ihren Ausführungen über die lokale Kampagne „Hand aufs Herz“ den bevorstehenden Hausärztemangel detailliert erläutert, obendrein ebenso anschaulich aufgezeigt, wie die Initiative – ein Zusammenschluss bedeutsamer Multiplikatoren - diesem Problem begegnen will. Deshalb setzt Scherwinski neben günstigen Rahmenbedingungen auf maßgeschneiderte Weiterbildung. Nebenbei: Während der nächsten Wochen wird im Rahmen des erwähnten „Hand aufs Herz“-Kooperationsangebots ein Student im Augustahospital hospitieren. „Ich bin mir jetzt schon sicher, dass er hier sehr zufrieden ist“, betont die Fachfrau.    

Zum Abschluss beantwortet Daniel Bahr Fragen aus dem Publikum, gibt zusätzliche konkrete Tipps, wie es tatsächlich gelingen kann, Ärzte anzulocken. Sympathisch: Trotz des Termindrucks nimmt er sich für seine Gastgeber und Zuhörer viel Zeit. Mit Swing- und Jazz-Rhythmen der Musikband „Die Zwillinge + Jazzuniversität“ klingt ein höchst interessanter Nachmittag aus.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr zu Gast im Augustahospital