Aktionstag im Augustahospital macht häusliche Pflege angenehmer

[11.05.2011]

Pflegende Angehörige, Patienten und fachlich Interessierte kamen am Samstag, den 7. Mai in unser Krankenhaus, um am Aktionstag Pflege teilzunehmen. Wir hatten zum ersten Mal zu dem Pflegetag eingeladen, um Betroffenen Möglichkeit zum Austausch zu bieten und um zu vermitteln, wie die Pflege in den eigenen vier Wänden angenehm und individuell verlaufen kann.

Krankenschwester Julia Bußhaus hatte im Rahmen ihrer Fortbildung zur Stationsleitung zusammen mit dem Pflegedirektor Joachim Weidemann die Organisation der Veranstaltung übernommen, die mit einem Vortrag begann. Hier erläuterte unser Ärztlicher Direktor Priv.-Doz. Dr. Michael Haupts den zahlreichen Besuchern einige moderne neurologische Behandlungsformen. Während bei Erkrankungen wie Parkinson oder der Multiplen Sklerose, zu denen zwei Drittel der Patienten hier gehören, zu früheren Zeiten oft nur Ruhe, Vitamin B und Pflege verordnet wurden, wird heute die Beweglichkeit und Aktivität gefördert. „Wir wissen, dass unser Nervensystem trotz diverser Lähmungserscheinungen durch stetiges Üben aktiviert werden kann“, so Dr. Haupts. Daher spiele die Frührehabilitation, zu der auch die Pflege gehöre, eine große Rolle.

Anschließend ging es auch schon direkt in die Praxis: An anschaulich gestalteten Ständen mit vielen Materialen, Broschüren und Produkten erhielten die Besucher Ratschläge zur Wundversorgung, Ernährung oder auch zur Lagerung der Pflegebedürftigen.

„Patienten, die an Multipler Sklerose erkrankt sind, leiden häufig an einer neurogenen Blasenstörung“, erklärte Niels Bartsch am Stand für die Kontinenzversorgung. Mit einem Katheter, der kurzzeitig zur Entleerung der Blase eingeführt werde, könnten sich 80% der an MS-Erkrankten selber helfen. „Damit werden Harninfekte vermieden“, so Bartsch.

Ratschläge zur Wundbehandlung gaben an einem gesonderten Stand Karl-Heinz Peters und die Krankenschwestern Christine Berkenvelder und Linda Scheffer. Um Bettlägrige vor möglichen Wunden zu schützen, sei ein mehrfacher Positionswechsel am Tag zu empfehlen.

Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang das Thema „Hygiene“, um den gefährlichen Noroviren oder dem Bakterium MRSA keine Chance zu geben. „Nach dem Toilettengang und den einzelnen Pflegeschritten sollten Sie unbedingt Ihre Hände waschen “, lautet eine einfache, aber wirkungsvolle Regel. Dazu benötigt man in manchen Fällen auch zu Hause ein Desinfektionsmittel.

Ein Highlight des Aktionstages bildeten die Workshops im Konferenzraum des Hauses. Schwerpunkte waren hier die Vermittlung der Pflege nach Bobath, Lagerung neurologisch erkrankter Patienten und Transfertechniken von den Experten Jens Kirstein (Trainer für Lagerung in Neutralstellung und Leiter der therapeutischen Abteilung) und Inga Hengstermann (Bobath-fortgebildete Krankenschwester). Interessiert verfolgten die Besucher die Erklärung der vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten des Multifunktionsrollstuhls, auch „Pflegerollstuhl“ genannt. Vor den Augen der Zuschauer demonstrierte Herr Kirstein die Handhabung des „Rutschbrettes“, mit dessen Hilfe der Patient selbst vom Bett in den Rollstuhl gleiten kann.

Im Issel-Bistro erwartete Küchenleiter Bernd-Ulrich Kock am Brink die Besucher, denen er eine Kostprobe des täglichen Mittagstisches für Senioren servierte: „Wir legen Wert auf frische Produkte und bieten drei Menüs an: Vollkost, leichte Vollkost oder vegetarisch. Auch sämtliche Diäten sind erhältlich.“

Und wer schon immer wissen wollte, wie so eine neurologische Fachklinik eigentlich aufgebaut ist, wie ein Therapieschwimmbad oder ein Fitnessraum aussieht oder was man in einem Werkraum alles machen kann, der konnte sich in mehreren Rundgängen durch das Haus führen lassen.